Pressemitteilung zur Polizeiaktion im Tanzhaus West am 16. Januar 2015

In der Nacht von Freitag dem 16. Januar 2015 auf Samstag den 17. Januar 2015 fand gegen 2:00h morgens im Tanzhaus West und Dora Brilliant eine „präventive Polizeiaktion zur Gefahrenabwehr“ (umgangssprachlich Razzia) mit weit über 100 Polizisten statt. Zum Zeitpunkt der Polizeiaktion befanden sich ca. 350 bis 400 Gäste auf dem Gelände. Die Veranstaltungen wurden abgebrochen, der Zugang zu den Räumen abgeriegelt, und fast alle Gäste der zwei Veranstaltungen (darunter eine Abiturientenparty) wurden einzeln durchsucht. Die Polizeiaktion endete gegen 6:00h morgens. Die nachfolgende Veranstaltung am Samstagabend konnte wie geplant stattfinden. Matthias Morgenstern, Inhaber der beiden Musikclubs, zeigt sich in einer ersten Reaktion bestürzt: „Ich bin doch sehr verwundert über den Umfang und die Art und Weise dieses Polizeieinsatzes, und stelle mir die Frage, welcher Zweck und welche Ziele mit dieser Aktion verfolgt werden sollen. Sowohl von meiner Seite aus, als auch von Clubs am Main, dem regionalen Netzwerk für Club- und Veranstaltungskultur, wurde stets mit den Behörden kommuniziert um im Sinne des „Frankfurter Wegs“ kooperativ sinnvolle Maßnahmen gegen die organisierte Kriminalität und für die Prävention zu ergreifen. Unser Engagement in dieser Sache ist der Frakfurter Stadtpolitik bekannt und wurde in der Vergangenheit sowohl von den Ämtern als auch von der Polizei positiv bewertet. Leider kann ich nicht erkennen, inwieweit die Maßnahme vom Wochenende zu einer Verbesserung der Situation beiträgt. Vielmehr scheint mir hier ein Rückfall in alte Denkmuster der Repression und Abschreckung vorzuliegen, der vorrangig zur Kriminalisierung von Partygästen führt, großen politischen und wirtschaftlichen Schaden hinterlässt und der in der Sache niemandem weiter hilft.“

Polizeiaktion

„Obwohl es nun vermutlich nicht einfacher wird, werden wir natürlich auf allen Ebenen weiter das Gespräch suchen. Solche, unserer Meinung nach kontraproduktiven Maßnahmen sind zu vermeiden, um nachhaltig wirksame Schritte zur Kriminalitäts- und Gesundheitsprävention ergreifen zu können und auch weiterhin die Rahmenbedingungen für eine lebendige Clubkultur in Frankfurt zu erhalten“, führt Morgenstern weiter aus. Zwischenzeitlich hat die Polizei per Pressemitteilung als Ergebnis der Aktion bekanntgegeben, dass neben den leider erwartbaren BtmG-Delikten, auch mögliche Ordnungswidrigkeiten aus den Bereichen Jugend- und Nichtraucherschutz festgestellt wurden. Hierzu stellt Matthias Morgenstern fest: „Natürlich war und ist das Wohlergehen und die Sicherheit unserer Gäste für uns die erste Priorität! Bedauerlicherweise gab es trotz zusätzlich eingesetztem Kontrollpersonal bei der an jenem Abend stattfindenden Abiturientenparty einige – offensichtlich erfolgreiche – Betrugsversuche im Zusammenhang mit den sogenannten Mutti-Zetteln, die es Jugendlichen in gewissen Grenzen erlauben, nachts auszugehen. Diese Art der Veranstaltung ist im Tanzhaus West ohnehin sehr selten, und der Vorfall wird in der Konsequenz dazu führen, dass sie zukünftig nicht mehr in dieser Form bei uns stattfinden werden. Hinsichtlich der möglichen gewerberechtlichen Verstöße werden wir selbstverständlich mit den zuständigen Behörden vollumfänglich kooperieren, und sofort nach Kenntnis der Einzelheiten alles zur Abstellung möglicher Mängel unternehmen, auch wenn es sich nur um Details handeln sollte. Ob es für die Erlangung dieser Erkenntnisse allerdings wirklich eines über einhundert Mann starken Polizeitrupps bedurfte, möchte ich nach wie vor in Zweifel ziehen. Dafür hätte auch eine reguläre Gewerbekontrolle mit zwei Beamten ausgereicht.“

Quelle: Klaus Bossert von Tanzhaus West & Dora Brilliant

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