Dominik Saltevski im Interview

Dominik Saltevski aus Offenburg gilt derzeit als ein großes Talent auf dem Techno-Markt. Seine Tracks landen regelmäßig auf renommierten Labels wie Unity Records (Label von D-Unity), Autektone (Label von T78), Fresh Cut (Label von Marika Rossa), Reload Records (Label von The YellowHeads) und Error Records (Label von Klanglos). 
Die wohl bekannteste Nummer vom 21-Jährigen ist „Cirice“. Die hat er zusammen mit Niereich und Shadym veröffentlicht und damit Platz 5 der Hard Techno Charts auf Beatport erreicht. Und wer mit Niereich und Shadym zusammenarbeitet, der kann nun wahrlich nicht schlecht sein.
Doch damit noch nicht genug, produziert er auch noch äußerst erfolgreich Samples, die er bei Engineering Samples vertreibt. Diese schafften es bereits auf Lenske (dem Label von Amelie Lens), Kraftek (Label von Pleasurekraft), R – Label Group (Label von Kobosil), Autektone (Label von T78) und Reload Records (Label von The YellowHeads – TYH)! 
Seit nun bereits fünf Jahren produziert Saltevski schon eigene Tracks. DJ ist er aber erst seit April 2019, spielte dafür aber schon in der Elektroküche Köln, im Hans-Bunte-Areal Freiburg und der N8 Lounge in Bonn. 
Klar also, dass die Booking Agenturen nicht schlafen und so hat Dominik erst kürzlich einen Vertrag bei „Bassgeflüster Booking“ (Mark Dekoda, Klanglos, Sound & Temper, Fear N Loathing, Nico Kolbe etc.) unterzeichnet. Wir haben mit dem Durchstarter ein Interview geführt.

Wie geht es dir aktuell in der Corona-Zeit?

Es geht mir in dieser schweren Zeit zum Glück sehr gut, auch wenn die Musik bei mir langsam die Oberhand gewinnt, sollte die Gesundheit natürlich an erster Stelle stehen. Man musste einige Termine absagen (z.B. im MUK Gießen), doch das lässt mich nur noch besser vorbereitet an die ganze Sache rangehen. Ich habe noch mehr Zeit für Produktionen und entwickle mich stets weiter mit dem Stil meiner Musik.

Wie bist du zur Musik und Techno gekommen?

Zur Musik bin ich schon als Kind gekommen, genaugenommen seitdem ich etwa 9 Jahre jung war. Damals habe ich in der Grundschule durch einen Musikkurs mit dem Cello spielen angefangen. Später in den weiteren Klassen, war ich mehrere Jahre in der Schulband als Bassist, Gitarrist, aber hauptsächlich als Schlagzeuger vertreten. Das hat mir wohl die beste Grundlage für das produzieren gegeben. Mit 13 Jahren, wurde ich auf die EDM- und vor allem Trap-Szene aufmerksam. Das hat mich gereizt und somit habe ich mich mal ein bisschen in FL Studio ausgetobt. Ich habe zwischendurch Phasen gehabt, bei denen ich komplett mit dem Produzieren aufgehört habe, weil das damals auch eher nur eine Beschäftigung für zwischendurch war. Vom Trap bin ich zu Deep House gekommen und habe dort auch mein erstes Release jemals gefeiert, welches bei den Leuten sehr gut ankam. Doch durch Freunde bin ich immer mehr auf Techno gekommen und wollte dann natürlich das ausprobieren. So habe ich mich immer weiter in das Ganze eingearbeitet und habe somit auch regelmäßig produziert.

Wann war für dich klar, dass du selber Musik machen willst?

Es hat einfach *klick* in mir gemacht und somit wollte ich meine Ideen, Träume und Visionen in die Lieder stecken, die ich selbst produziere. Zwar produziere ich seit etwa 5 Jahren schon, doch so richtig realisiert habe ich, dass ich es wirklich möchte und noch mehr Kraft und Zeit reinstecken will, vor etwa zweieinhalb Jahren.

Warum bist du erst deutlich später DJ geworden als Produzent?

Damals war es einfacher für mich an eine Demo-Version von einer Musikproduktionssoftware zu kommen, deshalb habe ich mich eher in das Produzieren verschaut. Ich hatte zwar immer den Hintergedanken, dass ich auch mal gerne auflegen möchte, aber so wollte ich mir erstmal ein Grundgestein aufbauen.

Was machst du lieber von beidem und wo liegen die Unterschiede?

Der Gewinner ist knapp das Produzieren, da man einfach seine eigene Geschichte in die Musik einarbeiten kann. Manchmal höre ich über 15 Minuten lang denselben Ton, einfach weil er so perfekt ist in diesem Moment und ich es intensiv fühle, wie die Geschichte der Musik sich mit meiner fusioniert. Klar möchte man so gut es geht dieses Gefühl den Leuten im Club wiedergeben und oft klappt es auch, doch mein Favorit ist und bleibt wohl das produzieren, auch wenn es manchmal anstrengend werden kann. Je nach Aufwand, kann ein Track mehrere Wochen in Anspruch nehmen, auch wenn man nicht zu lange an einem Track arbeiten sollte, da man ihn sonst vergisst und dann liegt er nur noch auf der Festplatte rum. Mein Set bereite ich zwar auch in Ruhe und mit Sorgfalt vor, aber das ist weniger zeitintensiv und aufwendig, als einen Track zu produzieren. Wichtig ist, dass man das alles in gesundem Maße macht und auch mal nach einer 10-Stunden Schicht kurz aufsteht, um sich die Beine zu vertreten. Im Club kann man sich an die Leute anpassen und die produzierte Geschichte erzählen, doch ist es immer noch mal anders, wenn man alleine ist.

Du hast schnell einen Auftritt in Köln bekommen bei der Techno Allianz. Wie kam denn da die Verbindung zu Stande?

Diese Verbindung habe ich zwei inzwischen sehr guten Freunden: Roben Gardemann und Teilzeitegoist zu verdanken. Damals hat mich der Roben Gardemann auf Soundcloud angeschrieben und mir für meine Tracks Komplimente gemacht. Dasselbe gilt auch für Teilzeitegoist. Diese Jungs sind Residents der Techno-Allianz und haben mich nach einer Weile an den Mitgründer der Techno-Allianz weitergeleitet: Ropemaker. So sind wir ins Gespräch gekommen und haben immer mehr miteinander zu tun gehabt. Schließlich wurde ich dann auch ein Mitglied & Resident der Techno-Allianz und hatte meinen ersten Clubauftritt in der Elektroküche in Köln.

Was war deine beste Erfahrung bislang?

Meine bislang beste Erfahrung war, dass ich hier in der Nähe meiner Heimat auflegen durfte. Das besondere daran ist, dass viele meiner Freunde da waren und sie nicht hunderte Kilometer in andere Städte reisen mussten. Es war einfach toll das erste Mal mit meinen Freunden zu tanzen und viele positive Kommentare zu bekommen. Dazu gehört auch dazu, dass fremde Leute einen ansprechen, mir für das Set Komplimente machen oder sogar ein Foto wollen, da freut man sich natürlich. Natürlich gehört auch das eine oder andere Lächeln dazu, welches meine Eltern oder meine Schwester mir gegeben haben, als ich von solchen Neuigkeiten erzählt habe.

Du hast auf echt dicken Labels schon released. Wie bist du da drangekommen?

Ich habe einfach immer und immer mehr produziert und dachte ich versuche mal ein *größeres* Label anzuschreiben. Sehr oft kamen nicht einmal Antworten zurück, was für mich schwere Rückschläge waren. Da macht man sich oft Gedanken und zweifelt sogar an seiner Musik, doch irgendwann kamen Antworten, positives Feedback und dann auch die ersten großen Releases. Es gibt keine bestimmte Formel, die einem garantiert, dass man hier oder dort eine EP releaset. Ich habe einfach immer weiter gemacht und den Labels meine Demos zukommen lassen, bis es geklappt hat und so steigert sich das auch.

Niereich und Shadym sind ja wirklich Produktionsmaschinen. Wie war es mit den beiden zu arbeiten?

Vor einiger Zeit habe ich Shadym mal nach einem Remix gefragt, ich dachte nicht einmal eine Antwort zu bekommen, ein paar Stunden später meinte er wie aus dem Nichts, dass es klar geht und alles kein Problem ist. Ich habe mich extremst gefreut und so habe ich eine gute Freundschaft mit ihm aufgebaut. Er ist ein wirklich sehr offener, aber auch reflektierter Mensch. Durch ihn kam ich dann auch zu einem näheren Verhältnis mit Niereich. So kamen wir ins Gespräch und so ist die Collab zustande gekommen. Es ist angenehm mit Produzenten zu arbeiten, die ihre Arbeit verstehen. Ich hatte die Grundidee für den Track und die beiden haben ihn vollendet. Ich war direkt beim ersten Mal hören verliebt in den Track und somit wurde er dann auch released und ist eingeschlagen wie eine Bombe.

Da war dir doch eigentlich klar, die Nummer geht in die Charts, oder?

Ich dachte tatsächlich nicht, dass der Track in die Charts kommen würde, da die beiden so viel andere Musik veröffentlicht haben. Ich dachte eher, dass der Track etwas untergeht, doch dann war er, auch noch an meinem Geburtstag, in den Charts, was bis heute einer meiner Größten Erfolge ist. Dieses Gefühl war unbeschreiblich, da man sich durch hunderttausende von Künstlern durchgesetzt hat.

Klär uns über deine Arbeit mit Samples auf. Was genau ist das, was machst du da und wie kamst du an so krasse Labels wie die von Amelie Lens, Pleasurekraft und Kobosil?

Samples sind sozusagen Töne. Z.B. eine Clap, ein Vogelgezwitscher, eine Kick… etc. Diese Sounds kann man entweder selbst aufnehmen oder erzeugt diese in seiner Musikproduktionssoftware und bearbeitet diese dann. Es gibt Sample Packs, bei denen man eine Vielzahl dieser Töne in einem Ordner hat und vereinfacht sich so die Produktionen. Quasi instant Inspiration. Man zieht sich diese Sounds in sein Projekt und hat somit direkt den Sound, den man möchte ohne langes Rumgemache. Ich mache solche Sample Packs mit den verschiedensten Sounds im Techno-Bereich und versuche Produzenten so die Arbeit etwas zu erleichtern. Das die Samples so gut ankommen würden, hätte ich damals nie gedacht. Ich habe den Erfolg aber auch etwas dem Glück zu verdanken. Man weiß ja am Ende nie wie es ankommt oder wer es vor allem downloadet. Ich bin natürlich nicht der einzige der sowas macht, auch hier muss man sich gegen tausend andere Künstler durchsetzen. Ich vertreibe die Samples selber, durch Bingoshakerz und vor allem durch die Jungs von Engineering Samples. Engineering Samples sind eine kleine Gruppe von Top-Tier Produzenten, welche Musikern regelmäßig den hochwertigsten Content bieten, den man sich vorstellen kann. Die Samples werden von Künstlern gekauft und dann in ihren Produktionen verwendet, so haben sie es auch schon in Tracks von Namenhaften Künstlern und Labels geschafft. Das macht mich natürlich Stolz, wenn man einen Track hört und sich denk: ‚oh, nice! Den Sound kenne ich ja :D‘.

Seit Kurzem bist du nun auch offizieller Teil der Booking Agentur „Bassgeflüster Booking“, wo auch Klanglos, Mark Dekoda, Fear N Loathing und Sound & Temper z.B. sind. Das sind ja schon größere Namen. Wie kam das denn?

Zu Verdanken habe ich das meinen Produktionen. Da einige Tracks sehr gut ankamen, wollten immer mehr DJs meine Musik als Promo. So wurden meine Tracks in ganz Deutschland verteilt und bekamen immer mehr Aufmerksamkeit. Klanglos war einer der Ersten, dieser Agentur, der meine Tracks immer gelobt hat. Ich war natürlich extremst glücklich und das hat den kleinen großen Künstler in mir erfreut. Meine Agenturkollege Mollycule, hat meine Tracks damals sehr oft gespielt. So wurde dann auch irgendwann einer der Köpfe der Agentur auf mich aufmerksam, da er die Tracks mitreißend fand und so kamen wir ins Gespräch.

Was können wir von dir in Zukunft erwarten? Track-Releases?

Für meine Musikalische Zukunft habe ich große Pläne. Ich möchte bei noch größeren Labels releasen, wenn ich dranbleibe, wird das irgendwann passieren, da glaube ich fest dran. Ich möchte mich natürlich, sobald sich die momentane Situation gebessert hat, auch intensiver mit der Clubszene beschäftigen und meine Musik unter die Leute bringen. Es ist immer wundervoll die Leute frei, euphorisch und voller Freude zur Musik tanzen zu sehen.
Track- Releases kommen einige auf uns zu. Relativ bald erscheint ein weiterer Track von mir auf dem Label: ‚Autektone‘ von T78, ein Ambiente-Techno Remix, weitere Collabs, EPs und wer weiß, eventuell irgendwann noch was Größeres. Es warten noch eine Menge unveröffentlichter Tracks auf ihr Release oder die Entscheidung was mit ihnen passiert. Ruhe gibt es mit mir also auf keinen Fall. Seid gespannt!

Booking Dominik Saltevski:

Im Netz findet ihr Dominik Saltevski:

Quelle: Berthold Bass | Bassgeflüster Booking