Confidence von Daniel Stefanik auf Cocoon Recordings

Neben Mathias Kaden ist Daniel Stefanik einer der deutschen Techno- und House-Aufsteiger der letzten Jahre. Seine Unbekümmertheit als DJ hinter den Plattentellern und sein sympathisches Auftreten sind geradezu bezeichnend für eine neue Generation geerdeter junger deutscher Produzenten, die das Ergebnis aus dem Einfluss von Väth, Villalobos und Hawtin auf der einen und solidem, aber hedonistischem House auf der anderen Seite sind. Während sich viele junge Produzenten in den letzten Jahren nur einer Richtung verschrieben haben, ist bei Stefanik auch der Einfluss eines Kerri Chandler, eines Chez Damier oder eines Kevin Saunderson deutlich zu hören. Sein Longplay-Debut für Cocoon Recordings ist ein Spiegelbild all dieser Einflüsse und dennoch so aktuell und zeitgenössisch wie nur wenige andere Techno- und House-Alben dieser Zeit.

„Entrance“ ist, wie der Name schon vermuten lässt, der Eingang zu Stefaniks Club-Welt, die Tür zur Nacht und zu den Tanzflächen der hedonistischen und dennoch düsteren Metropolen dieses Planeten. „Entrance“ atmet Einflüsse von Detroit und Underground Resistance. Nicht schon wieder pseudo-deeper Loop-House oder gar eine weitere Neudefinition von Minimal, sondern eine Produktion mit Substanz und Tiefgang, jedoch ohne zu verkrampfen oder zu viel zu wollen. Der perfekte Beginn einer langen und coolen Nacht – der Sound, der das Tor zu einer anderen Welt aufstößt. „Light On“ gibt den Beat des ersten Teils des Abends vor und folgt einem – wenn man so will – fast ostdeutschen House-Ansatz. House, wie ihn Marvin Dash oder auch Dub Taylor seit Jahren servieren: keine UK-Hands-Up-Attacken und auch nicht die überproduzierten US-Einflüsse aus New York, sondern leicht roh mit dem Blick für das Wesentliche: den kickenden Beat und die Stimmung ab 01:00 Uhr.

Mit „1996“ folgt auch schon der nächste Verweis Stefaniks auf seine Einflüsse und Referenzen. Dave Clark und Slam lassen grüßen und auch die Detroiter House-Schule um Jeff Mills und seine frühen AXIS-Produktionen sind hier zu vernehmen. Die kickende 909, der fordernde Beat und die düster anmutenden Filterflächen klingen so gar nicht nach Deutschland. Und mit „Port Of Transition“ geht Stefanik den eingeschlagene Weg noch konsequenter weiter. Breakbeat-Elemente verschmelzen mit Detroit-Beats und Arpeggio-Linien zu einem zeitlosen Mix. Im Blindtest ist es schier unmöglich, diesen Track einer bestimmten Zeit zuzuordnen. Eine regelrechte „Allzweckwaffe“ für die Techno-DJs dieser Welt. „Distillery“ ist ein kleiner Break zurück zu mehr Gefühl und Flächen und zurück zu fetteren House-Beats, also der Sound, der jahrelang einen der besten Leipziger Clubs geprägt hat. House mit Wumms quasi, nicht zu happy, nicht zu schmalzig. Perfekt, um sich in die gerade begonnene Nacht fallen zu lassen, um eins zu werden mit dem Club und den Alltag zu vergessen. Eine gelungene Hommage an den wichtigsten Club Ostdeutschlands der letzten 20 Jahre!

„Bend The Rules“ führt den Hörer auf seiner Reise wieder weg aus Leipzig und hin nach Berlin, zu den langen Panoramabar-Nächten, zu hypnotischen, fast schon trance-beeinflussten Tanzmarathons und der nach und nach aufgehenden Sonne, die sich durch halb geschlossene Fensterläden ihren Weg durch die schweißgetränkte und rauchige Luft bahnt. „Bend The Rules“ ist so etwas wie das auf einen Satz reduzierte Club- und Musik-Kharma solcher Nächte. Alles geht, alles ist möglich und nichts hält sich an die gängigen Regeln.

Natürlich ist man als Augenzeuge einer solchen Nacht mit der entsprechenden Musik und Stimmung am nächsten Tag manchmal auch leicht neben der Spur, verpeilt, verstrahlt oder eben „Dazed And Confused“. Der Soundtrack für den langen Fußweg nach Hause, wenn einem der Club jede Energie entzogen hat… Man läuft durch die Berliner Sonne, durch die kalte Morgenluft und dennoch schweißgebadet – oder einfach doch noch mal zur nächsten Party, runter zum Fluss… runterkommen… Die Augen schließen, ohne zu schlafen… DAZED AND CONFUSED! Hier entsteht er, der Übergang zur Ewigkeit, zur nicht endenden wollenden Party, zum weitermachen. Und dafür wird vom späten Morgen bis zum Mittag kein Hedonismus mehr benötigt, nur noch die Stimmung zählt. Diese Stimmung zwischen frischem Wind, viel zu greller Sonne und Menschen, die einen schon seit einer gefühlten Ewigkeit durch diese Nacht begleiten. „Keep On“ bringt all das auf den Punkt: das Bier in der Hand und den Blick auf den After Hour Floor gerichtet, Stefanik hat es genau getroffen! „Confidence“ bildet dann den gelungenen Schlusspunkt einer langen, intensiven und abwechslungsreichen Nacht, den Soundtrack zum Berlin des Jahres 2012, voll Detroit, voll House-Klassik, voller Zitate aus fast 20 Jahren House- und Techno-Geschichte. Und voller Stolz und Zuversicht kann sich Stefanik sicher sein, genau das geschafft zu haben, was ihm vorschwebte: den Soundtrack einer Generation oder besser noch: eines Lifestyles einzufangen. Mit „Confidence“ entlässt er uns nun entspannt nach Hause. Im Taxi, in der Bahn oder zu Fuß, die Selbstfindung des Techno-Ravers auf dem Weg nach Hause, weg von der Party, in die Entspannung… Das nächste Wochenende kommt bestimmt.

Tracks:

  1. Entrance
  2. Light On
  3. 1996
  4. Port Of Transition
  5. Distillery
  6. Bend The Rules
  7. Dazed And Confused
  8. Keep On
  9. Confidence
  10. Prelude
  11. Elektron Storm
  12. Rush
  13. Basement Vault

Quelle: Cocoon Recordings

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