Human von Sono

Es ist praktisch unmöglich über Sono zu schreiben, ohne deren Riesenerfolg „Keep Control“ von 2001 zu erwähnen. Bitte sehr. Erledigt. Und jetzt lasst uns weitermachen. Human ist das sechste Studioalbum in 16 Jahren für das Trio (und das zweite in zwei Jahren), dessen Besetzung – Lennart A. Salomon (Gesang, Gitarre), Florian Sikorski (Keyboards) und Martin Weiland (Keyboards, DJ) – über all die Jahre konstant geblieben ist, seitdem sie mit diesem Track die # 1 der Billboard Dance Charts erreicht haben. Das neue Album hört sich an, als hätten Sono sämtlichen Ballast über Bord geworfen während sie durch unbekannte Gewässer navigieren. Ohne den Druck der Erwartungen haben sie sich die Freiheit genommen, genau die Musik zu schaffen, die sie schaffen wollten. Von der Versuchung, Trends zu folgen bzw. den weißen Wal in Form eines neuen ultimativen Hits zu jagen, haben sie sich längst befreit. Diese Leichtigkeit des Seins ist auf jedem Track auf dem Album zu hören. Sono haben ihren Sound auf die essentielle Struktur reduziert. Dadurch klingen sie stärker und reifer denn je.

Human - Sono

Lennart (Gesang und Text): „Wir haben beschlossen, dass wir uns nicht mehr um Erwartungen außerhalb der Band – ob Radio, Club-DJs oder Fans – kümmern, und zwar nicht aus egoistischen Gründen, sondern einfach aus musikalischen. Keine Kompromisse mehr, kein Nachdenken darüber, wie man mehr Menschen erreichen könnte. Wir haben uns komplett auf unsere eigenen Ideen von Sound, Produktion und Songwriting konzentriert.“

Erste Hinweise auf diese Freiheit gibt es im Album Opener „Trip“, bei dem es um die Bereitschaft geht, sich von vergangenen Erfahrungen zu lösen (lose control, unravel my soul) und den Sprung ins kalte Wasser zu wagen (dig in the black hole to see whats in it).

André Gide schrieb: Man entdeckt keine neuen Erdteile, ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren.

Der erste Track des Albums, der veröffentlicht wurde, ist „Amplify“. Ein Song, der zur Abenteuerlust ruft: … „it feels good to lose control sometimes…”

Ein neuer Ansatz hat das Projekt wiederbelebt, ohne auf die charakteristische Interaktion elektronischer Elemente mit emotionalem Gesang, unterlegt von grummelnden Bässen und rhythmischen Loops verzichten zu müssen.
Lennart erinnert sich, wie „Amplify“ entstanden ist:

Ich war in Bucharest – meine Tochter hatte dort einen Filmdreh – als mir Martin und Florian das Instrumental per Email geschickt haben, das sie gerade komponiert hatten. Während meine Tochter vor der Kamera war, befand ich mich im 28. Stock des Hotels und habe mich sofort an die Arbeit gemacht, den Text geschrieben und die Gesangslinie komponiert. Kaum war ich in Hamburg angekommen, haben wir den Track fertiggestellt.

Apropos Film: filmische Spannungen durchziehen Tracks wie „Top Of The World“ und „Ghost In The Machine“ (hier kommt ein regelrechtes James-Bond-Feeling auf), während SONO ihren Talenten freien Lauf lassen. Anderswo treibt ein schneller Drum’n’Bass-Beat „Catastrophe“ voran, der Taktschlag von „Let Go“ verwirbelt sich mit einer wirbelnder E-Gitarre und es gibt auch einen wunderbar fesselnden Dance-Track („One More Before we Go“), den Sono mit keinem Geringeren als Dynamics HOSH produziert haben, nur um uns daran zu erinnern, dass SONO immer einen Fuß in der Club-Tür haben, auch wenn wir es hier mit einer waschechten, Konzert spielenden, Song schreibenden Elektro-Band zu tun haben.

Will man zum Herzstück des Albums navigieren, kommt man zurück zu „Somewhere Beyond The Sea“. Das Thema „Reise ohne Ziel“ ist ein sehr aktuelles und brisantes Thema, denkt man an die Flüchtlingskrise und die Hoffnung und Ängste während einer Überfahrt auf offener See

Somewhere beyond the sea – with twenty people in a boat for three

Es erinnert mich an die Geschichte von Yusra Mardini aus Syrien, deren überladenes Dingi überflutete, und ihre Schwester und zwei andere dazu veranlasste, ins Meer zu springen und das Boot buchstäblich drei Stunden lang zu schieben, während sie zum Ufer schwammen. An welche Geschichte man dabei auch immer denken mag -das hier ist Popmusik mit einem Gewissen. und genau das brauchen wir heute. Elektronische Musik mit einem Sinn für Menschlichkeit.
Ist „Human“ vielleicht sogar das beste Album, das Sono jemals produziert hat? Wahrscheinlich schon.

Quelle: Berlinièros // Sono

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